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Buchlesung "Der Code zum Jungbleiben"

Buchlesung "Der Code zum Jungbleiben"

18.05.2026

Wenn Wissenschaft auf Mehlspeisen trifft
 

Eine Buchlesung über das Jungbleiben bei Einfach FiTZ in Feldbach 

Ein Mittwochnachmittag im Mai, draußen erste Frühsommerwärme, drinnen der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und Kuchen. Im Café Einfach Fitz in der Bürgergasse hat sich eine kleine Runde versammelt, um zwei Wissenschaftlerinnen zuzuhören, die sich einer Frage widmen, die uns alle beschäftigt: Wie altern wir, und was können wir wirklich dagegen tun?

Corina Madreiter-Sokolowski und Kristina Hütter-Klepp haben gemeinsam das Sachbuch „Der Code zum Jungbleiben" im Springer Verlag veröffentlicht. Eingeladen zur Lesung haben Melanie Böhme und Dominik Fitz, die das traditionsreiche Familienunternehmen in fünfter Generation führen. Die Wahl des Ortes passt erstaunlich gut: Wer über Langlebigkeit spricht und gleichzeitig Kaffee und Kuchen serviert, signalisiert von Anfang an, worum es nicht geht. Nicht um Verzicht, nicht um Restriktion, nicht um den nächsten Hype.

Die beiden Autorinnen setzen damit einen Gegenpol zu einem Trend, der derzeit viele Social-Media-Feeds prägt: Einzelne wissenschaftliche Erkenntnisse werden vereinfacht dargestellt und vorschnell zu allgemeinen Longevity-Versprechen erklärt. Im Mittelpunkt steht hier nicht der Hype, sondern die Studienlage. 

Ein schönes Beispiel dafür ist der Nacktmull, ein eher unscheinbares Nagetier, das erstaunlich alt wird und nur äußerst selten an Krebs erkrankt. Forschende vermuten, dass eine besondere Form der Hyaluronsäure dabei eine Rolle spielt. In der Wissenschaft ist das ein spannender biologischer Befund, auf Social Media wird daraus schnell ein Versprechen: Hyaluronsäure für die ewige Jugend. Vom Nacktmull spricht dann kaum noch jemand, vom wissenschaftlichen Kontext erst recht nicht. Genau diese Lücke wollen die beiden Autorinnen schließen.

Etwa ein Drittel unserer Lebenserwartung ist genetisch mitbestimmt, vieles Weitere wird durch Lebensstil und Alltag geprägt. Entscheidend sind dabei keine Extremmaßnahmen, sondern Gewohnheiten: regelmäßige Bewegung, vielfältige Ernährung, ausreichend Schlaf, soziale Kontakte und gutes Stressmanagement. Eine wichtige Rolle spielt zudem das Mikrobiom, die Gemeinschaft aus Milliarden Mikroorganismen in unserem Darm. Je bunter der Teller, desto besser. Präbiotische Lebensmittel wie Chicorée und fermentierte Produkte gelten dabei als besonders wertvoll.

Zum gesunden Altern gehört jedoch mehr als Ernährung allein. Einsamkeit gilt mittlerweile als eigenständiger Risikofaktor, der Stress und Entzündungsprozesse fördern kann. Vielleicht ist es genau das, was diesen Nachmittag so stimmig macht: gute Gespräche, Kaffee, ein Stück Kuchen. Genuss und Erkenntnis schließen sich nicht aus. 

Eine Botschaft des Abends bleibt besonders hängen: „Die eine Pille zum Jungbleiben gibt es nicht und wird es auch nicht geben." Was bleibt, ist ein leiser, fundierter Optimismus. Vieles lässt sich beeinflussen, wenn wir bereit sind, auf Wissenschaft statt auf schnelle Versprechen zu setzen.


Text: Nadine Nissen ist Ernährungsberaterin, Autorin und Consultant für pflanzliche Küche in Gastronomie und Hotellerie. Seit 2017 ist sie mit Mann und vier Kindern unterwegs und entdeckt Kulturen über Küchen, Märkte und Tischrituale. www.nadine-nissen.at

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